WordPress Geschwindigkeit: Teil 2
Das Tooling ist ein wichtiger Bestandteil, wenn es um die Performance einer Webseite geht. Es gibt Prinzipien, die eine Seite schnell machen. Sauberes HTML und CSS sind Punkte, die natürlich primär ins Auge stechen und von Anfang an beherzigt werden sollten. Eine Webseite wird aber in den seltensten Fällen die maximale Geschwindigkeit erreichen, wenn sie nicht ordentlich untersucht wurde.
Firebug und Resourcen
Es wird hier kaum jemanden wundern, wenn ich das Firefox-Plugin Firebug in die Runde werfe. Es hat sich zum echten Standard entwickelt und ist eine riesige Erleichterung. Wichtig hierbei ist der Netzwerk-Tab, der einem Aufschluss über die Bestandteile der Webseite gibt. Natürlich sollte hierbei ein voller Reload erfolgen, wenn man die Startzeit eines initialen Seitenaufrufs untersuchen will. Bei fremden Themes kann man hier ganz schön ins Staunen geraten, aus wie vielen Einzelteilen eine Seite zusammengebaut ist. Mehrere CSS-Dateien, diverse Javascripts, die die weiteren Downloads blocken und eine Unzahl an kleinen Bildern erklärt den langsamen Seitenaufbau.
Ladehemmung durch mobiles Internet mit falscher Reihung
Langsam ist zu Zeiten von Breitband zwar relativ geworden und in Kombination mit immer besseren Browsern kein großes Thema mehr, aber die Erwartungshaltung der Nutzer ist auch immer größer geworden. Geduld ist im heutigen Internet nur noch in den seltensten Fällen vorhanden. Zudem sind immer mehr mobile Nutzer unterwegs, die die Leiden von langsamen Verbindungen erst wieder bewusst machen.
Neben der puren Anzahl und Größe der einzelnen Dateien, kann man in Firebug aber wesentlich mehr erfahren. Interessant die Reihung der Downloads die nach einem relativ festen Schema erfolgt. Eine große Javascript-Datei im Header kann zum Beispiel die nachfolgende Verarbeitung blockieren und dazu führen, dass nur ein Teil der Seite in der ersten Hälfte der Ladezeit überhaupt beim Nutzer angekommen ist. Statistiken sind nett, aber auch oft ein Grund von weiteren Verzögerungen, die den Nutzer aber nicht kümmern sollten. Wer Google Analytics nutzt, sollte die Statistikskripte erst nach dem Aufbau der Seite laden, was mittlerweile unterstützt wird.
Bildgrößen im Fokus
Ein großes Problem sind oft Bilder, dessen Relevanz vielen Editoren noch nicht bewusst ist. Viel Text macht oft nur ein paar Bytes aus, wobei die Grafik mit 2 Megabyte doch gar nicht so groß klingt und mit dem richtigen Aufruf beim Benutzer auch in 50*50 Pixeln ganz gut skaliert. Wer also viele Editoren hat, die sich in dem Bereich noch nicht so gut auskennen, sollte immer mal wieder ein geschultes Auge über die Seiten schauen lassen.
Caching-Verhalten untersuchen
So richtig schnell wird die Seite dann, wenn nicht nur der Code und die Bilder optimiert sind, sondern auch das Cache das tut was es sollte, nämlich richtig gut cachen. Das kann es aber nicht von alleine, sondern braucht Hinweise. Ansonsten muss immer noch nachgefragt werden, ob nicht doch eine neuere Version einer Datei vorliegt. Hier haben wir bereits im ersten Teil wertvolle Arbeit geleistet und den Apache Server entsprechend konfiguriert. Ohne Kenntnisse der HTTP-Header kommt man hier aber nicht sehr weit. Somit kann man nur empfehlen sich auch hiermit zu beschäftigen, wenn man das Maximum aus der Seite herausholen will. Wem die HTTP-Header-Darstellung in Firebug nicht ausreicht, dem sei das Plugin HttpFox ans Herz zu legen.
