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FEB 2010

Verschwende Deine Zeit – das Prinzip 20%

20% der Zeit steht den Mitarbeitern frei zur Verfügung.

Seid Ihr bescheuert? Das ist doch eine pure Geldverschwendung!

Auf den ersten Blick. Man muss aber auch den Grund, den Rahmen und die Ziele verstehen. Agile Softwareprozesse sind “time-boxed”. In iterativen, inkrementellen Zyklen schreitet die Entwicklung voran. Immer mehr, immer besser. Klar definierte Zyklen geben Struktur – nach innen und nach außen. Gleichzeitig erzeugen sie dauerhaft auch ein gewisses “Hamsterrad-Feeling”. Dies nicht aufkommen zu lassen, ist ein wesentliches Ziel der 20% Regel. Nach einer jeden Iteration gibt es Zeit, etwas anderes zu machen, auf andere Ideen zu kommen.

Klar ist aber. “Frei” ist die Zeit nicht. Die Mitarbeiter müssen vorab Ziele definieren. Wozu dienen die 20%? Was nützt es für das Unternehmen?

Dies muss begründet sein. Eingesetzt werden kann die Zeit, um sich in neue Technologien einzuarbeiten, um diese zu evaluieren. Vielleicht kann es für alle Mitarbeiter interessant sein? Oder es werden neue Produktideen bearbeitet. Hier gilt es, diese zu beschreiben. Zielgruppen zu definieren. Ja, den Business Case aufzustellen. Es bedeutet auch, die Kollegen für diese Idee zu begeistern und über die folgenden 20%-Zeiten einen Prototypen zu entwickeln.

Durch die Verpflichtung, Ziele zu setzen und am Ende das Erreichte auch zu demonstrieren, entsteht auch ein Forderungsdruck. Zwar ist die Zeit innerhalb des Rahmens frei, aber motiviert man alle auch zu unternehmerischem Denken, will ja jeder beweisen, dass die 20% doch keine Verschwendung waren.

Insgesamt wird dadurch Kreativität gefördert (Kreativität braucht die richtige Mischung aus Druck und Freiraum) und das generelle Interesse an der Arbeit und an der Firma hoch gehalten.