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MÄR 2010

Mobiles Shopping durch OpenID AX vereinfachen

Durch die immer größere Verbreitung von Smartphones im Consumer-Markt können neue Bereiche erschlossen werden. War es vor Jahren noch die Werbung auf mobilen Plattformen, so ist diese längst angekommen und gehört zum Alltag. Die Trennung von Web-Inhalten und mobilen Inhalten ist auf aktuellen Smartphones längst verschmolzen und erfordert oft nur kleinere Anpassungen an die Auflösung. Ein bisher größtenteils unbeachteter Teil ist das mobile Shopping. Direkten Geldfluss generieren bisher nur der Verkauf von Inhalten bzw. Anwendungen für die jeweilige Plattform. Ausnahmen sind hierbei die noch seltenen Anwendungen von eBay oder Amazon, die mit ihrer Infrastruktur bereits jetzt einen einfachen Ablauf von Einkäufen ermöglichen. Dabei sind Preisvergleichsportale auf mobilen Endgeräten ein interessantes Umfeld, da von unterwegs aus Preise im Einzelhandel denen aus dem Internet entgegengestellt werden können. Hier aber hört der Einfluss des mobilen Shoppings auf.

Dies hat aus meiner Sicht mehrere Gründe:

  • Mobiles Shopping ist noch fast vollständig unbekannt
  • Die Bedienung ist meist auf native Anwendungen beschränkt
  • Der Ablauf einer traditionellen Bestellung über das Web-Interface ist mit einer Smartphone-Tastatur zu zeitaufwendig
  • Shop-Seiten sind meist auf eine breite Bildschirmauflösung ausgelegt
  • Die Bezahlung ist immer noch ein Problem
  • Der Nutzer kauft gerne in Ruhe

Mobile Browser-Anwendungen sind ein wenig erforschtes Feld. Fast jeder Mobil-Entwickler versucht im Moment mit dem Verkauf von Anwendungen sein Geld zu generieren. Neue Features wie HTML5 werden für Anwendungen erst gar nicht eingesetzt, da zu wenige Nutzer guten Anwendungen begegnet sind. Dabei können Shopping-Anwendungen mit ihren Anforderungen problemlos auch nicht-nativ erstellt werden und bieten trotzdem einen sehr hohen Usability-Faktor. Da aber für den Entwickler kein direktes Geld aus HTML5-Anwendungen generiert werden kann, ist dieser Bereich kaum beachtet und somit auch dem Benutzer nicht bewusst. Der Einstiegspunkt für kleinere Webshops sind aber gerade Vergleichsportale, Empfehlungen per Link oder Werbebanner, die im Verlauf keine native Anwendung installieren, sondern auf eine Webseite verweisen.

Forderung 1: Nutzt die Möglichkeiten von HTML5

Das Layout vieler Shops ist für Smartphones nicht geeignet. Die linke Navigationsleiste kombiniert mit einer sehr breiten rechten Inhaltsspalte eignet sich nicht für kleine Auflösungen. Hier kann entweder die Navigation oder ein Teilbereich des Produkts betrachtet werden. Allerdings kann das Problem durch Content-Switches beseitigt werden. Bei vielen Anwendungen wirkt dies störend, ist aber beim Shopping vermutlich notwendig, um eine entsprechende Aufbereitung der Produkte zu erreichen. Hier gibt es aber bereits Templates für Shopping-Systeme wie Magento.

Forderung 2: Aufbereitung der Inhalte auf kleine Bildschirmgrößen

Mit den bisherigen Schritten können wir den Warenkorb also bereits sehr erfolgreich füllen. Allerdings setzen die Lösungen ab hier meist auf existierenden Benutzeraccounts auf. Wir wollen aber nicht nur die wenigen großen Shops unterstützen, bei denen bereits Accounts existieren, sondern auch die vielen kleinen Web-Shops. War die User Experience bis hier hin sehr gut, so folgt nun das Folgende: Eingabe von Benutzername, E-Mail, Passwort, Passwort Bestätigung, Straße, Postleitzahl, … Warum sollte man dies auf einem mobilen Gerät machen? Der Zeitverlust ist sehr hoch und die meisten Nutzer von Smartphones haben mehrfach täglich Zugriff auf normale Computer. Es muss einfacher gehen. Wie bereits geschrieben, kann das Shopping mit OpenId und Attribute Exchange optimiert werden. Man hat einmal einen Account mit Adressdaten bei einem vertrauenswürdigen Partner, wie z.B. einem Logistiker mit OpenID-Unterstützung angelegt. Mit unserem Warenkorb gehen wir also zur Kasse und loggen uns per OpenID bei unserem mobilen Webshop ein. Dazu benötigt werden nur die Accountdaten unseres OpenID Accounts, die wir für jeden Einkauf nutzen können. Mittels Attribute Exchange Erweiterung von OpenID bekommt der mobile Webshop nicht nur eine Verifizierung, sondern auch schon alle Adressdaten, die er für den Versand der Produkte benötigt. Die aufwendige Registrierung entfällt und bis auf die Weiterleitung zum OpenID-Provider ist der Ablauf für den Nutzer sehr vorteilhaft.

Forderung 3: Erstellung mindestens eines (bekannten) OpenID Providers mit Unterstützung von Attribute Exchange (siehe Idee: Logistiker als OpenID Provider)

Forderung 4: Einfache Integration von OpenID mit Attribute Exchange in bestehende Shop-Systeme

Mobiles Payment ist leider immer noch ein Bereich, der auf gute Lösungen wartet. Paypal geht hier im Web-Bereich richtige Wege und könnte auch für die Bezahlung eine Lösung sein. Ich denke eine Integration von Bezahldaten in OpenID Attribute Exchange wäre zu kritisch und könnte aufgrund von Sicherheitsbedenken der Lösung zu früh sämtlichen Boden unter den Füßen entziehen. Das Vertrauen in den OpenID Provider muss bereits für Adressdaten groß genug sein. Bei Logistikern habe ich persönlich weniger bedenken, da diese über ihr Daily Business bereits genügend ähnliche Informationen sammeln können. Zahlung auf Rechnung ist kritisch, aber könnte eventuell durch ein OpenID of Trust verbessert werden. Hier könnten entweder validierte Benutzeraccounts vergeben werden (der OpenID Provider schaltet nur Accounts frei, die er validiert hat. Ähnlich PostIdent), allerdings geht damit die dezentrale Natur von OpenID verloren. Eine andere Möglichkeit wäre eine Identitätsprüfung gegen eine OpenID-Shopping-Schufa. Hier die Frage an die Leser, was davon denkbar ist und welche Lösungswege bestehen könnten.

Weiter gedacht könnte auch ein OpenID Provider Zahlungsmöglichkeiten unterstützen. Der Ablauf des Logins bei OpenID ähnelt dem von Paypal. Würde man an dieser Stelle also OpenID Login und Payment kombinieren, so wäre das Shopping-Erlebnis vollständig. Ein weiter Schritt, aber bedenkt man das Potential von mobilem Shopping, sollten jetzt die Weichen für den richtigen Weg gestellt werden.

Forderung 5: Bessere Integration von mobile Payment in mobile Web-Lösungen

Das der Kauf des Nutzers oft von visuellen und örtlichen Umständen abhängt, ist es unwahrscheinlich, dass sämtliche Einkäufe von mobilen Endgeräten getätigt werden. Aber die beschriebene Lösung bietet auch im Internet einen verbesserten Ablauf bei kleinen Webshops. Zudem ist mit dem iPad eine neue Generation von Tabletcomputern unterwegs, die das Couchsurfing fördert und im Gegensatz zum normalen Computer eine erhöhte Usability bieten muss. Gerade diesen Geräten ist zuzutrauen das Online-Shopping weiter anzutreiben.