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SEP 2010

Flex für Touchscreen-basierte Kiosk-Terminals

Welche Technologie erfüllt am besten die Anforderungen einer Touchscreen-Oberfläche?

Aus unserer Sicht ist dies Flex, da es Flash-Movies erzeugt, die sich sehr natürlich in einer Touchscreen-Oberfläche anfühlen. Klingt sehr subjektiv, aber betrachtet man zum Beispiel HTML-Anwendungen mit typischen Seitenwechseln, so ist dort ein Rendering der Seiten sichtbar. Oft wird nicht die gesamte Seite geladen, sondern baut sich mit und mit auf. Dieses Verhalten ist man im Browser gewöhnt, allerdings nicht auf einem Terminal, welches sich idealerweise sehr sanft anfühlen soll.

Vielleicht ist es noch nicht aufgefallen, aber es sind diese kleinen Effekte, die eine hölzern wirkende Anwendung zum natürlichen Interface werden lässt.

Man schaue auf sein Smartphone und achte auf die Übergänge zwischen Aktionen.

  • die Tastensperre lösen
  • eine Anwendung starten
  • durch Untermenüs navigieren
  • Einstellungen ändern
  • die Anwendung beenden

Meist sind es kleine Effekte, die den Bildschirm von links nach rechts verschieben lassen, die einen neuen Screen langsam einblenden oder ausblenden. Oft helfen diese subtilen Effekte ein Verständnis für die Funktion der Anwendung zu erstellen oder einem das Gefühl zu geben, dass man weiß, wo man sich gerade in einer Menüstruktur befindet.

Eine Technologie muss dies unterstützen und was ist dazu geeigneter als Flash. Es gibt vielleicht im Internet immer weniger Anwendungsfälle, in denen Flash benötigt wird, aber genau in einer Touchscreen-Anwendung müssen feine Effekte den Benutzer führen und Elemente müssen an die Bedürfnisse angepasst werden.

Wir haben keine Desktop-Anwendung, die oben eine Fensterleiste hat und Dialogfenster, deren OK-Button mit einer Maus bedient wird. Hier wirken Finger auf die Oberfläche ein, die sich nicht dauerhaft auf dem Bildschirm befinden. Mouse-Over Events sind in Web- und Desktop-Anwendungen ein gutes Hilfsmittel, um zum Beispiel weitere Hilfen anzuzeigen. Diese Elemente gibt es aber auf Touchscreen-Oberflächen nicht.

Die Umstellung von Stift- auf Finger-Bedienung war eine große Herausforderung für Smartphones und hat eine echte Revolution ausgelöst. Konzepte mussten neu entwickelt werden und genau das ist eine Stärken der Flash-Plattform. Eine Webseite soll funktionieren wie eine Webseite und genau hier waren neuartige Flashvideos anders und fremd. Eine Neuorientierung war für jede Anwendung notwendig, da Designer die Freiheiten nutzten und sich von den Standard-Elementen lösten. Im Touchscreen-Bereich ist dies aber von Vorteil, da von der Flexibilität profitiert wird und keine Mainstream-Frameworks speziell für diesen Bereich existieren.

Erstellt man eine typische Desktop-Anwendung wird man nicht mit HTML auf der grünen Wiese beginnen und eine Fensternavigation am oberen Rand neu designen. Ebenso wird man nicht mit Java Swing in Applets hantieren, um dieses Widget in eine Webseite zu injizieren. Flash bietet im Touchscreen-Bereich einfache Möglichkeiten, um schnell eigene Bedienelemente zu erstellen.

Die Entwicklung hat sich mit Flex wesentlich der Web- und Java-Entwicklung angenähert. Das Tooling ist sehr gut und wird mit verschiedenen IDEs wie Eclipse und IntelliJ IDEA ermöglicht. Der Workflow von Designern und Entwicklern kann hier sehr gut parallelisiert werden und ist mit der Version 4 von Flex  weiter verbessert worden. Hier trennt sich die Struktur weiter vom Design und ermöglicht eine Mandantenfähigkeit.

Wir werden in weitere Blogposts vorstellen, wie Teile einer Touchscreen-Anwendung mit Flex realisiert werden können.